Sonntag, 12. Oktober 2014

Zeitsplitter - Die Jägerin




Em & M.

*****

Em und Finn sitzen in einem Gefängnis in einem zukünftigen Amerika, einem mittlerweile totalitären Staat, und müssen Foltern ertragen. Als ihnen die Flucht ermöglicht wird, reisen sie vier Jahre zurück, um den "Doktor" zu töten, denjenigen, der für das alles verantwortlich ist. Das klingt erstmal nach einem einfachen Plan, wird aber dadurch erschwert, dass Marina, die heutige Em, in ebendiesen Doktor verliebt ist. Und auch Em ist nicht frei von Gefühlen.


Die Idee ist gut, und die Geschichte - in der Ich-Form der jeweiligen Protagonistin erzählt, die beiden wechseln sich ab - ist auch recht spannend erzählt. Dass man die recht abstruse Logik hinter den Zeitreisen nicht hinterfragen sollte, ist nicht unüblich - und mal ehrlich: wer bin ich, dass ich etwas über Zeitreisen besser wissen könnte? Wohl aber kann ich mir die Handelnden vorstellen, und auch dort entbehrt es öfter der Logik. Dazu muss ich leider etwas spoilern; wer Sorge hat, sich die Spannung zu verderben, sollte nach dem Fazit aufhören zu lesen.

Auch die Geschichte selber gewinnt keine rechte Tiefe, weil sie sich auf den anhimmelnden Teenie einerseits und den innerlich zerrissenen Twen andererseits beschränkt; das ganze Umfeld (was ist so furchtbar in der Zukunft? wie konnte das passieren?) wird nur knapp nebenher erzählt.

Das Ende ist mysteriös und lässt Raum für eigene Spekulationen.

Fazit: Eine spannende, flotte Geschichte, die jugendliche Leser sicher gut unterhalten wird. Aber die Geschichte selber bleibt dünn, und allzuoft bricht die Logik weg, daher nur gute drei Sterne.


*** Spoiler Anfang ***
  • Dass man sich damit schwer tut, einen anderen Menschen einfach umzubringen, kann ich ja nachvollziehen. Aber wenn ich das hinter mir hätte, was Em erlebt hat, würde ich keine Sekunde zögern. Und sie verpatzt es gleich mehrere Male.
  • Und das toppt sie noch, als sie weiß, dass Marina in akuter Lebensgefahr ist: Wohl wissend, dass Marinas Tod auch ihren Tod und die Sicherung der düsteren Zukunft bedeutet, nimmt sie sich alle Zeit der Welt, um ihrem Gegenspieler alles zu erklären. Hallo? Säße ich dort, würde ich nicht auf das Plöpp warten, dass mich aus der aktuellen Zeit heraussubtrahiert!
  • Und am Ende, das ist der Hit: Der Doktor droht damit, Marina zu foltern, und in Folge dessen übergibt Em ihm ihre Waffe. Geht's noch? Ein Schuss, Problem gelöst, kein Doktor, keine Folter.
  • Ach ja: Woher wusste eigentlich Em, wer Nate ermordet hat? Wenn man den zugehörigen Zeitsplitter liest, kann das eigentlich nur mit telepathischen Fähigkeiten erklärt werden.
*** Spoiler Ende ***


Weiterführende Links:

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen