Mittwoch, 10. Dezember 2014

Schmetterling im Sturm




You name it, you'll find it

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Im Amsterdamer Wald wird ein Junge angefahren und schwer verletzt zurückgelassen. Farah Hafez, eine Journalistin afghanischer Herkunft, erkennt den Hintergrund und ahnt Größeres...


Der Fall spielt vorwiegend in Amsterdam, aber auch in Johannisburg und Moskau gibt es Verbindungen. Doch bis zu deren Auflösung muss man erst einmal dreiviertel des Buches hinter sich gelassen haben - aber dann knallt es richtig.

Was aber mächtig stört: Kein Klischee hat der Autor ausgelassen. Der italienische Charmeur, der fette schmierige Marokkaner, der mafiose Russe. Guter Bulle, korrupter Bulle. Aufrechte standhafte Journalistin, zweifelhafte Klatschreporterin. Die engagierte Ärztin. Und so weiter. You name it, you'll find it. Dazu auch sonst immer etwas zuviel - zwar ist Amsterdam nicht New York, aber dieses Zusammmentreffen beim Pre-Showdown würde die Gesetze der Statistik neu schreiben.

Sprachlich ist das Buch über weite Passagen in eher schlichter Sprache geschrieben. Zwischendurch stolpert man über Preziosen wie diese: "Genau hier hatten früher die Kühe gestanden. Edwards Schwager [...] hatte mit dieser Tradition gebrochen und die Stallscheune zu dem Haus umbauen lassen".

Was wie ein bunter Multi-Kulti-Krimi niederländischer Couleur beginnt, verläuft rasch in der selbstgestellten Falle der zu bedienenden Klischees im Sande. Und auch das letzte Viertel vermag zwar mehr zu fesseln, aber nicht zu überzeugen. Und dieser esoterische Hauch, der sich durchs Buch zieht - für mich einfach zu übertrieben.

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