Dienstag, 30. Juni 2015

Der Killer von nebenan: Wie gut kennst Du deinen Nachbarn?





In der Nummer 23 stimmt etwas nicht. Alle sechs Bewohner des verfallenen Hauses im Süden Londons haben etwas zu verbergen. In einer glühend heißen Sommernacht zwingt ein grausamer Unfall sie in eine unfreiwillige Allianz, und das gegenseitige Misstrauen steigert sich ins Unerträgliche. Was fünf von ihnen nicht wissen: Einer von ihnen ist ein Killer. Und er lauert gerade seinem nächsten Opfer auf ...


Soweit der Klappentext. Der Leser wird über eine lange Strecke mit den Charakteren vertraut gemacht: Cher, eine gewitzte Ausreißerin; Collette auf der Flucht; Vesta, die eigentlich nur raus möchte aus dem Haus; Thomas, der freundliche Nachbar im Bürgerbüro; Gerard, der Musiklehrer; Hossein, der iranische Polit-Flüchtling; last but not least Roy Preece, der schleimige Vermieter. Jeder hat sein Päckchen zu tragen, hat sein kleines (oder auch größeres) Geheimnis. Und als es dann eines Tages zum besagten Unfall kommt, bleibt den Bewohnern nichts übrig, als sich zu einer recht skurrilen Allianz zusammenzuschließen.

Für meinen Geschmack gerät die Einführung der Charaktere sehr langgezogen, das Ende hingegen kommt eher abrupt und ist auch vergleichsweise kurz gehalten. Immer wieder kommen fehlerhafte oder zumindest unglückliche Bezüge vor, die den Lesefluss für meine Begriffe ziemlich stören; Kostprobe: "Dem Vermieter stockt der Atem und wird dann schneller".

Ich habe mich schwer getan mit diesem Buch. Allerdings möchte ich nicht leugnen, dass dieser Roman seine eigenen Wege geht. Statt konsequent dem eigentlichen Thema zu folgen, nimmt er sich lieber ausgiebig Zeit für einen Blick auf die dunklen Seiten der Beteiligten wie der Stadt, einen Blick in die menschlichen Abgründe.

Eher ein Roman für Experimentierfreudige.


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Rezensionsexemplar

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