Mittwoch, 29. Juli 2015

Der Hobbykritiker




Eine Jubelrezension

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Leider wurde die erste Fassung meiner Rezension von einer Mehrzahl der Leser nicht als das aufgefasst, als das sie gemeint war: nämlich Ironie. In dem Buch schreibt Frau Kaplan über einen vergrätzten Abteilungsleiter, der aufgrund seiner unerfreulichen beruflichen Entwicklung zum Schmährezensionen schreibenden Howie wird. Genau auf diese gewiss nicht zufällige Namensgleichheit bezieht sich meine folgende Rezension.


Warnhinweise:
  • Diese Rezension kann Spuren von Ironie enthalten. Bei einschlägigen Allergien oder Unverträglichkeiten bitte nicht lesen. Bezüglich Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.
  • Diese Rezension kann sprachliche Eigenheiten zeigen, die einen der deutschen Sprache mächtigen Leser irritieren mögen. Leider konnte ich aus dem Buch übernommene Wortschöpfungen nicht durch Anführungszeichen kennzeichnen, ohne damit die Lesbarkeit der Rezension zu gefährden.
  • Dem aufmerksamen Leser mag die eine oder andere geographische Ungenauigkeit auffallen. Dafür kann ich leider keine Verantwortung übernehmen; sie sind Resultate der Kaplan'schen Kontinentalverschiebung.

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Was soll ich da machen, wenn meine intimsten Geheimnisse preisgegeben werden? Wenn die niederen Motive dargelegt werden, aus denen heraus ich all die Schmährezensionen schreibe, mit deren Hilfe ich regelmäßig die Top-10 bereinige? - Ich mache es mir einfach und erleichtere mein Gewissen mit einer 5-Sterne-Jubelrezension.

Aber alles der Reihe nach. Mein Name ist Thomas, feudal ausgerichteter Abteilungsleiter im schönen Köln am Main. Dort führe ich ein schönes Leben mit meiner bildschönen Frau Caro (wie der Kaffee) aus San Francisco aus dem gelobten Land. Doch als Leon, der Sohn des Firmenchefs und Absolvent der renommierten Yale-University zu Bosten, auftaucht und meinen Job übernimmt, nimmt mein Leben eine fatale Wendung. Gestern noch ein Abteilungsleiter, war ich nun nicht mal mehr ein Angestellter, sondern nur noch ein einfacher Mitarbeiter.

Unter dem Namen Howie schreibe ich mir nun den Frust von der Seele, vorzugsweise mit Verweis auf die Rechtschreibgrammatik, und verdiene damit auch noch Geld. Interdepent Autoren stehen Schlange, um sich von mir bejubeln und die anderen schmähen zu lassen. Ich bin gewissermaßen der Aufzugwärter der Top-10.

Leider bekommt dies - es schmerzt mich, das zugeben zu müssen, aber Frau Kaplan hat's schon verraten - erst meinem kleinen Freund und später meiner Ehe nicht gut. So war ich denn gezwungen, der Ehe zuliebe meiner vergrätzten Frau hinterherzueilen - nur 20 Minuten, nachdem das Taxi in den Flughafen eingebogen war, brachte mich meine Maschine ins gelobte Land. Dort wird alles wieder gut, und so kann ich über einem Pitcher Frozen Margherita diese Jubelrezension verfassen.

Fazit: Man darf's sehen, wie man will - aber zumindest nimmt Frau Kaplan es mit Humor.


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