Sonntag, 19. Juli 2015

Die stille Kammer




Was geschah mit Dylan?

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Mein Name ist Emma Cartwright. Noch vor drei Jahren war ich Susan Webster - jene Susan Webster, die ihren zwölf Wochen alten Sohn Dylan getötet hat. Fast drei Jahre verbrachte ich in der Forensischen Psychiatrie. Seit vier Wochen bin ich wieder draußen. Unter neuem Namen lebe ich nun in einer Stadt, wo niemand von meiner dunklen Vergangenheit weiß. Doch heute Morgen erhielt ich einen Brief, adressiert an Susan Webster. In dem Umschlag befand sich das Foto eines etwa dreijährigen Jungen, auf der Rückseite standen die Worte: Dylan - Januar 2013. Kann es sein, dass mein geliebter Sohn noch lebt?


Soweit der Klappentext. Mit diesem Foto beginnt ein Katz- und Mausspiel, in dem sich Emma immer wieder vor die Frage gestellt sieht, ob und wie verrückt sie eigentlich ist. Lebt ihr Sohn vielleicht doch noch, oder ist er tot? Und wenn, war sie die Mörderin? Während sie diesen Fragen gemeinsam mit dem Journalisten Nick und ihrer besten Freundin Cassie nachgeht, häufen sich seltsame Vorfälle, welche die Frage nach ihrem Geisteszustand immer stärker aufwerfen.

Ein zweiter Handlungsstrang, in dem es um eine Clique privilegierter Jugendlicher geht, nimmt eine bedrohliche Entwicklung, um sich am Ende mit dem Hauptstrang zur Auflösung zu verschmelzen. Zu dem Zeitpunkt ist die Auflösung zwar nicht mehr ganz überraschend, wird aber mit einem furiosen Finale garniert.

Das Buch wird in der ersten Person erzählt, und die Autorin nutzt diese Perspektive, um den Leser intensiv an den Ängsten und Selbstzweifeln der Protagonistin teilhaben zu lassen. Manchmal erweist sich Susan dabei als ziemlich egoistische Zicke, aber die Mutterliebe treibt sie voran und hilft ihr, Widerstände aus dem Weg zu gehen und sich bedrohlich erscheinenden Situationen zu stellen.

Auch wenn mir die Seelenbeschau der Protagonistin mitunter etwas übertrieben schien, mich ihre voreiligen Schlüsse nervten, ist das Buch durchweg spannend und flüssig geschrieben. Sicher nicht jedermanns Sache, aber auf alle Fälle ein Psychothriller mit hohem Mitreißfaktor.


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