Sonntag, 30. August 2015

Olympus TG-4 Digitalkamera

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Die Olympus TG-4 wird geliefert mit Akku, Daten-/Ladekabel, Handschlaufe sowie einer Kurzanleitung in verschiedenen Sprachen. Dazu eine CD mit Software und einem ausführlichen Handbuch. Eine Speicherkarte liegt nicht bei; die Kamera verfügt über internen Speicher für etwa ein Dutzend Fotos.


Der erste Eindruck: Wow, damit könnte man Leute erschlagen. Mit ihren ca. 250 Gramm wirkt sie schwer und robust. Dazu passend die Handschlaufe, die ebenfalls aus relativ schwerem Material besteht, welches an die Armbänder in Schwimmbädern erinnert.

Für ein wenig Spielen reichte die Initialladung sowie der interne Speicherplatz aus. Danach habe ich den Akku geladen, die Kamera mit einer Speicherkarte bestückt und den eigentlichen Test begonnen. Eine zerstörende Prüfung habe ich mir dabei verkniffen, wohl aber habe ich die beworbene Wasserdichtigkeit getestet.

Eine halbe Stunde musste sie in der Badewanne ausharren, unter Wasser natürlich. Da Bedienelemente potentiell Schwachstellen sind, habe ich dabei immer wieder an den Knöpfchen herumgespielt. Keine Probleme. Wichtig ist, dass die beiden Abdeckungen doppelt verriegelt sind und dass die Kamera nach dem Unterwassereinsatz gründlich getrocknet wird. Nach Salzwassereinsatz muss sie vor dem Öffnen erst einmal in Süßwasser zwischengelagert werden.

Die Kamera verfügt über eine breite Auswahl an Funktionen, welche ich hier nur kurz anreißen möchte:
  • Auto: Im Auto-Modus sorgt die Kamera automatisch für die richtigen Einstellungen.
  • P: Im P-Modus lassen sich verschiedene Einstellungen (z.B. Belichtungskorrektur, Weißabgleich, ISO 100 ' 6400, Serienbildmodus, Bildgröße, Seitenverhältnis) manuell ändern. Außerdem gibt es hier verschiedene Modi:
    • Farbwiedergabe (im Wesentlichen fröhliche versus natürliche Farben)
    • Außerdem einige Effekte, davon wohl am bemerkenswertesten das Fish-Eye
So dicht ans Wasser traut man sich normalerweise nur mit einem Teleobjektiv.

Mit Fish-Eye lassen sich interessante Effekte erzielen.

  • A: Der A-Modus entspricht im Wesentlichen dem P-Modus, nur dass man hier die Blende manuell einstellen kann.
  • Zwei Benutzermodi, in denen man bevorzugte Einstellungen speichern und durch Anwahl des jeweiligen Modus schnell wieder aufrufen kann.
  • Unterwasser-Modus: Hier gibt es verschiedene Einstellungen speziell für Unterwasseraufnahmen.
  • SCN: Hier gibt es eine Unzahl an Spezialprogrammen, z.B. für HDR, Nachtaufnahmen, Panorama usw.
Aufgenommen mit der Panorama-Funktion

  • Mikroskop: Hiermit kann man für Makroaufnahmen extrem nah an das Motiv herangehen. In diesem Modus gibt es noch einen Effekt, welcher die Schärfentiefe durch automatisches Übereinanderlegen erhöht
Mikroskop-Modus (normal)

Mikroskop mit "Fokus überlappen" (Stacking):
Man sieht deutlich die stark erweiterte Schärfentiefe.

Ebenfalls im Mikroskop-Modus:
Eine freischwebende Frucht - für die meisten Kompakten eine Herausforderung.


Die Bilder sind durchaus in Ordnung, wenn man keine D-SLR-Ansprüche stellt. Auch bei hohem ISO hält sich das Rauschen in Grenzen. Ansonsten verweise ich auf die Beispielbilder.
Aufnahme mit vollem Zoom.


Das Objektiv fährt nicht aus, sondern bleibt unter dem Schutzglas verborgen. Das dient in erster Linie natürlich der Wasserdichtigkeit, hat aber noch zwei nützliche Nebeneffekte:
  • Kinder lieben es, die Kamera aufs Objektiv zu legen und dann einzuschalten. Ein garantierter Kamerakiller, wenn auch mit Zeitverzögerung. Das geht hier nicht.
  • Bei Makroaufnahmen mit Blitz wird oft das Motiv durch das Objektiv abgeschattet. Auch dieser störende Effekt wird hier vermieden.

Neben den fotografischen Qualitäten bietet die Kamera GPS und WIFI. Ersteres habe ich noch nicht getestet; WIFI erfordert eine (ziemlich große) App auf dem Smartphone. Die Verbindungseinrichtung erfolgt über einen QR-Code, welcher auf dem Kamerabildschirm angezeigt wird - einfacher geht's nimmer. Das Smartphone kann nach der Einrichtung der Verbindung sowohl zur Fernbedienung der Kamera (inkl. Modus-Wechsel) als auch zum Abrufen der Bilder genutzt werden.

Soweit ist alles in Ordnung. Aber es gibt auch (kleinere) Mängel:
  • Die Berechnung eines Panoramas dauert relativ lange (ca. 10 Sekunden) und ist auch nicht immer zuverlässig (siehe Beispielfoto).
  • Die Sicherung der Abdeckungen hat sich bei mir mehrfach selbständig geöffnet, einmal sogar unter Wasser. Glücklicherweise ist die Sicherung doppelt, so dass nichts weiter passiert ist.

Wer in diese Kamera investiert, bekommt ein grundsolides Modell mit vielen Möglichkeiten. Man sollte sich allerdings bewusst sein, dass die Kamera relativ schwer und klobig ist, der Preis für die Robustheit. Wer die Kamera für Unterwasseraufnahmen kauft, sollte berücksichtigen, dass die Kamera dann jährlich gewartet werden sollte.



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