Montag, 21. September 2015

Nebelkind: Thriller




Solider Krimi

Rezension zu Nebelkind: Thriller
*****

Die Staatsanwältin Jana Berzelius wird bei einem spektakulären Fall hinzugezogen: Ein Mann wurde erschossen – die Hinweise verdichten sich, dass die Tat von einem Kind begangen wurde. Dann taucht die Leiche eines Jungen an der schwedischen Küste auf. Seine Fingerabdrücke passen zu jenen des Tatorts, doch warum sollte ein Kind einen Mord begehen? Während die Ermittler im Dunkeln tappen, ermittelt Jana auf eigene Faust. Denn der Junge, der das Wort Thanatos als Narbe im Genick trägt, hat ein Geheimnis, das nur Jana kennt: Auch ihr Genick ziert der Name einer Todesgottheit, und nun setzt sie alles daran, herauszufinden, warum.


Soweit der Klappentext. Der Thriller, der eher das gemächliche Tempo eines Kriminalromans einschlägt, führt in zwei Handlungssträngen zum Finale. Während im Hauptstrang das Ermittlerteam versucht, den Fall mit seinen Wirrungen und Irrungen aufzulösen, wird im Nebenstrang die andere Seite der Geschichte erzählt. Das Thema ist mit Menschen- und Drogenhandel ebenso aktuell wie zeitlos, wobei der Autorin eine neue Ausprägung des Themas gelungen ist.

Streckenweise ist der Debütroman der schwedischen Autorin Emelie Schepp ein Pageturner, doch immer wieder hemmen auch Längen das Lesevergnügen. Etwas nervig ist, dass das Ermittlerteam um die Staatsanwätlin Jana Berzelius mehr Probleme im und mit dem Leben hat, als man auf so kleinem Raum sehen bzw. lesen möchte; keiner der Protagonisten ist ein wirklicher Sympathieträger. Nicht immer gewinnt die Logik im Kampf gegen Handlung und Spannung, was sich besonders am Ende schmerzhaft zeigt.

Alles in allem bleibt Nebelkind aber ein durchaus solider Roman, der sich trotz der beschriebenen Schwächen doch recht flüssig lesen lässt. Gute drei Sterne.


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