Mittwoch, 14. Oktober 2015

Im Augenblick des Todes




Genie und Wahnsinn

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Severin Boesherz, der geniale Kommissar, wird von einem geheimnisvollen Fremden an den Ort eines ebenso bestialischen wie grotesken Mordes gebracht: Ein Arzt, skalpiert und ausgeweidet. Genauso wie in einem Fall vor 16 Jahren, dem bisher einzigen ungelösten Fall des Kommissars. Der Mord ist eine Botschaft – eine Botschaft an Boesherz.


Der Kommissar beginnt mit der Aufklärung eines Mordes, von dem er selber glaubt, dass er nicht aufklärbar sei. Dabei verblüfft er immer wieder seine Kollegen und Vorgesetzten mit seinen außergewöhnlichen Fähigkeiten und Schlussfolgerungen; man fühlt sich unwillkürlich an Sherlock Holmes erinnert. Doch hat er anscheinend seinen Professor Moriarty getroffen; bald schon macht er sich mit seinen eigenwilligen Ermittlungsmethoden und Alleingängen verdächtig. Und seine Kollegen beginnen auch, sich für sein Liebesleben zu interessieren.

Neben dem Hauptstrang werden in einem weiteren Erzählstrang die Ereignisse vor 16 Jahren, in Zusammenhang mit dem ersten Mord dieser Art, dargestellt und bieten damit zugleich einen Einblick in die Entwicklung des Kommissars. Immer wieder kommt auch der Täter mit persönlichen Ansprachen zu Wort.

Vincent Kliesch schafft es auch um zweiten Thriller mit dem eigenwilligen Ermittler, die Spannung durchgehend aufrechtzuerhalten; hierfür verwendet er allerdings auch gerne Cliffhanger als Stilmittel. Wenn ein solches Genie wie Boesherz ermittelt, ist die Verwirrung nah – aber nicht perfekt. Etwas störend wirken, vermutlich wegen der Perfektion, kleinere Ungenauigkeiten in technischen Dingen (z.B. kann man SMS ebenso verfolgen wie Anrufe).

Im Augenblick des Todes ist ein spannender und intelligenter Thriller; die eher blutigen Tatorte sind aber sicher nicht jedermanns Sache. Ich persönlich fühlte mich gut unterhalten und würde mich über weitere Thriller um den skurrilen Ermittler freuen.


Weiterführende Links:

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